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Welche heiligen Schriften gibt es im Buddhismus? – Aufklärung

  • by Anatoli Bauer
Welche heiligen Schriften gibt es im Buddhismus

Um die Frage nach den heiligen Schriften des Buddhismus eindeutig beantworten zu können, muss zunächst eine strikte Unterscheidung verschiedener buddhistischer Richtungen unternommen werden. Es gibt über 200 verschiedene buddhistische Gruppierungen und einige dieser Gruppierungen beziehen sich auf andere Sutren (= Lehrreden ) des Buddhismus.

Der Pali-Kanon

Besonders wichtig und weit verbreitet ist der sogenannte „Pali-Kanon“. Pali ist eine alte mittelindische Sprache, das Wort Kanon verdeutlicht hier das Zusammenhängende in dem Werk – denn es ist das älteste überlieferte schriftliche Werk der Lehren des Buddha Siddartha Gautama. Es wird auch „Dreikorb“ genannt, denn das Werk selber ist in drei große Abschnitte geteilt, welche wiederum in Sammlungen, Abteilungen und Abschnitten unterschieden werden.

Der erste Korb wird der „Korb der Disziplinen“ genannt, denn er befasst sich hauptsächlich mit den Lehren und Berichten von Mönchen.
Darauf folgt der „Korb der Lehrtexte“, nahezu selbsterklärend bezieht sich dieses Buch auf das Wirken des Buddha Siddartha und seiner Jünger. Es beleuchtet Gespräche und Gedanken zwischen dem Meister und seinen Jüngern. Gleichzeitig dokumentiert es das Wirken Gautama’s in der physischen Welt.
Der dritte und letzte Korb wird von den Buddhisten als „Korb der hohen Lehre“ geadelt, denn er stellt eine Vertiefung des in Korb 2 proklamierten Wissens dar und besteht vor allem aus tiefgreifenden philosophischen sowie psychologischen Elementen.

Hierbei ist besonders hervorzuheben, dass die Schriften über Jahrhunderte mündlich überliefert wurden und die sogenannten Sutren genau aus diesem Grund in einem bestimmten Versmaß, kurz und prägnant verpackt wurden. Häufig wurde zusätzlich eine Symphonie komponiert, um eine Veränderung eines Dritten durch die unstimmige Melodie oder das Versmaß entlarven zu können!

Sanskrit – Kanon

Neben dem Pali- Kanon gibt es beispielsweise noch den Sanskrit – Kanon, auf den sich vor allem die Anhänger des weit verbreiteten „Mahayana-Buddhismus“ beziehen – deshalb ist dieser Kanon auch unter der Bezeichnung „Mahayana-Sutras“ zu finden. An diesem Punkt befindet sich die Brücke zu den oben genannten verschiedenen Sutren innerhalb einer Lehre. Innerhalb des Mahayana Buddhismus sind einzelne Sutren das Fundament für verschiedene Schulformen ! Jeder Sutra wird also eine wichtige Bedeutung zugeschrieben und für Sie als Leser ist erst einmal wichtig zu verstehen, dass die Sutren nach dem Glauben zwar alle aus dem Geiste des Buddhas Siddartha Gautama stammen, aber ebenso verschieden im Inhalt sind. Als Beispiel sei hier das „Lotos-Sutra“ für den Nichiren-Buddhismus genannt, sowie das Herz-Sutra und Diamant-Sutra für Chan- und Zen-Buddhismus. Einigen Lesern werden gerade die letztgenannten Begriffe möglicherweise nicht unbekannt vorkommen , denn der Zen Buddhismus kann in unser westlichen Welt schon beinahe als Modeerscheinung bezeichnet werden – wobei diese Aussage dem unfassbar wertvollem geistigen Inhalt der Schriften nicht gerecht wird. Auffallend ist ebenfalls die Bezeichnung der Sutren, da beispielsweise das Lotus Sutra und das Herz Sutra schon im Namen eine direkte Beziehung zu bekannten Chakren herstellt.

Chinesische Kanon

Der chinesische Kanon bildet eine große Sammlung verschiedener Texte der Mahayana und der „nicht mahayanischen“ Texte ab – hierzu gehören beispielsweise Texte des Pali Kanon. Der chinesische Kanon unterscheidet hier strikt und kennzeichnet die Texte je nach Herkunft. Interessanterweise lehnt er weder das eine noch das andere ab, sondern bildet im Endeffekt Elemente beider Richtungen ab, so dass auch hier eine klare Verbindung der einzelnen Lehren erkennbar ist.

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